Die Grundidee der Tiefenpsychologie
Das Unbewusste besteht aus seelischen Inhalten, Gefühlen, Impulsen, Phantasien, Erfahrungen, die der Alltagswahrnehmung nicht zugänglich sind. Sie wirken, ohne dass wir sie bemerken.
Das Unbewusste besteht aus seelischen Inhalten, Gefühlen, Impulsen, Phantasien, Erfahrungen, die der Alltagswahrnehmung nicht zugänglich sind. Sie wirken, ohne dass wir sie bemerken.
Der Begriff ist älter als die Psychoanalyse. In die Philosophie eingeführt hat ihn Carl Gustav Carus im Jahr 1846. Sigmund Freud hat ab den 1890er-Jahren als Erster beschrieben, welchen Regeln unbewusste Vorgänge folgen, und machte sie damit einer Behandlung zugänglich.
Bemerkbar macht sich das Unbewusste klassischerweise in Träumen und in Fehlleistungen, dem Versprecher, dem vergessenen Termin. Im Vordergrund steht heute etwas anderes: Beziehungsmuster, die sich hartnäckig wiederholen, obwohl man sie ändern möchte. Die Traumanalyse hat ihre einst zentrale Stellung verloren, zugunsten der Arbeit an gegenwärtigen Beziehungen.
Die Tiefenpsychologie unterscheidet drei Wege, auf denen belastende Erfahrungen verarbeitet werden.
Konfliktpathologie: Ein innerer Konflikt, der sich nicht lösen ließ, wird verdrängt. Das setzt eine im Kern gefestigte Persönlichkeit voraus. Verdrängen kann nur, wer über die dafür nötigen seelischen Mittel verfügt.
Strukturpathologie, auch Entwicklungspathologie genannt: Frühe Beziehungserfahrungen haben grundlegende Fähigkeiten beeinträchtigt, Gefühle zu unterscheiden, sie auszuhalten, Nähe und Distanz zu regulieren. Hier ist nicht etwas verdrängt worden. Hier konnte sich etwas nicht ausreichend entwickeln. Die seelische Struktur eines Menschen ist kein dauerhafter Zustand: Sie verändert sich, wenn auch langsam.
Traumapathologie: Überwältigende Erfahrungen haben die Fähigkeit beschädigt, das Erlebte einzuordnen und zu verarbeiten. Erinnerungen bleiben unverarbeitet und können später unvermittelt hervorbrechen.
In der Praxis treten diese Formen häufig gemeinsam auf. Die jeweilige Gewichtung der Pathologie entscheidet darüber, welche Behandlung sinnvoll ist.
Ein verbreitetes Missverständnis lautet: Ein unbewusster Inhalt wird bewusst gemacht, und ist damit erledigt. So funktioniert es nicht. Einzelne Deutungen bewirken in aller Regel keine dauerhafte Veränderung. Wirksam wird die Arbeit erst im Durcharbeiten, darin, dasselbe Muster wieder und wieder zu erkennen, in verschiedenen Zusammenhängen, bis eine Einsicht im eigenen Erleben verankert ist. Etwas Unbewusstes verschwindet dabei nicht. Es verändert sich..
In der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie bleibt das Unbewusste der leitende Bezugspunkt der gesamten Behandlung. Ausdrücklich gedeutet werden muss es darin nicht. Gearbeitet wird an dem, was in gegenwärtigen Beziehungen sichtbar wird, auch in der Beziehung zur Therapeutin, die dafür einen geschützten Rahmen bietet.
Mehr über das Verfahren selbst erfahren Sie auf unserer Seite zur tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie.