Wo die Veränderung ansetzt
Die eine Richtung fragt, was Sie tun und denken. Die andere fragt, was Sie gerade wahrnehmen, jetzt, in diesem Moment. Zwei Fragen, die am selben Punkt anfangen und in verschiedene Räume führen.
Ein verbreitetes Bild lautet: Die eine Richtung arbeitet mit Gefühlen, die andere mit dem Verstand. Das trifft die Sache nicht. Der tragende Unterschied liegt darin, wo der Hebel angesetzt wird. Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) setzt bei Lernen, Gedanken und Verhalten an, die Gestalttherapie bei Gewahrsein, Kontakt und dem Erleben im Hier und Jetzt.
In der KVT entsteht Veränderung über neues Lernen und über die Prüfung von Annahmen. In der Gestalttherapie soll sie aus vertieftem Gewahrsein entstehen, also aus einem genaueren Wahrnehmen dessen, was ohnehin schon da ist.
Viele Menschen überschätzen, wie weit die Ergebnisse beider Verfahren auseinanderliegen, und unterschätzen, wie weit die Wege dorthin auseinanderliegen.