TP THEMEN

Tiefenpsychologie bei Angststörungen

TP THEMEN Von Haegermann 2 Min. Lesezeit Juli 2026

Die S3-Leitlinie in der Fassung von 2021 empfiehlt bei Angststörungen die kognitive Verhaltenstherapie als erste Wahl. Eine psychodynamische Psychotherapie sollte angeboten werden, wenn die Verhaltenstherapie nicht gewirkt hat, nicht verfügbar ist oder der informierte Patient sie vorzieht.

Wie die Tiefenpsychologie Angst versteht

Unterschieden werden zwei Formen.

Signalangst meldet einen inneren Konflikt: Ein Wunsch oder Impuls ist mit inneren Verboten unvereinbar, die Angst kündigt das an. Sie ist gerichtet und lässt sich an Situationen festmachen.

Diffuse Angst hat keinen solchen Gegenstand. Sie tritt auf, wenn die Fähigkeit, Gefühle zu regulieren und sich selbst zu beruhigen, nicht ausreichend entwickelt ist, und wird oft als Überflutung erlebt.

Was das für die Behandlung heißt

Bei Signalangst geht es darum, den zugrunde liegenden Konflikt zu verstehen und zu bearbeiten.

Bei diffuser Angst wäre ein aufdeckendes Vorgehen verfehlt. Hier steht der Aufbau von Fähigkeiten im Vordergrund: Gefühle wahrnehmen, benennen, aushalten, sich beruhigen können.

Welche Form vorliegt, wird zu Beginn geklärt. Häufig besteht zudem eine Komorbidität mit Depression, was die Behandlungsplanung mit beeinflusst.