TP THEMEN

Tiefenpsychologische Traumatherapie

TP THEMEN Von Haegermann 2 Min. Lesezeit Juli 2026

Eine posttraumatische Belastungsstörung kann nach Gewalt, Unfällen, Katastrophen oder anhaltenden Belastungen in der Kindheit entstehen. Die S3-Leitlinie empfiehlt traumafokussierte Verfahren als erste Wahl, insbesondere traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie und EMDR.

Wie die Tiefenpsychologie Trauma versteht

Ein Trauma überfordert die seelische Verarbeitung so weit, dass die üblichen Schutzmechanismen zusammenbrechen. Das Erlebte lässt sich nicht einordnen und bleibt unverbunden bestehen.

Bei schweren Fällen typisch ist die Dissoziation: Getrennte Selbstzustände wechseln einander ab, ohne voneinander zu wissen. Betroffene beschreiben das als Leben in verschiedenen Welten.

Darin unterscheidet sich die Traumapathologie vom verdrängten Konflikt. Aufdeckendes Vorgehen führt hier nicht weiter. Im Zentrum der Behandlung steht daher weniger das Ereignis selbst als das, was das Trauma hinterlassen hat.

Woran in der Therapie gearbeitet wird

Traumatische Beziehungserfahrungen kehren in der Behandlung zurück. Die Therapeutin kann unbewusst in der Rolle des Täters erlebt werden, manchmal auch in der des Opfers. Solche Wiederholungen früh zu bemerken und zu begrenzen, ist die zentrale Aufgabe der TP, und dass dieser Ansatz wirkt, ist inzwischen auch kontrolliert untersucht.

Daneben geht es um Scham und Schuld, die nach Traumatisierungen regelhaft auftreten, und um die Ablösung der passiven Opferposition durch eine aktiv handelnde Haltung.