Viele Menschen fragen sich vor einem Therapietermin, was sie erzählen sollen oder ob sie sich vorbereiten müssen. Was mir an der gestalttherapeutischen Herangehensweise gefällt: Wichtige Themen zeigen sich in diesem Augenblick und müssen nur aufgegriffen werden. Oft ist es eine kleine auffällige Geste, ein Gesichtsausdruck oder eine Körperempfindung, die zu bedeutsamen Erkenntnissen führt. Zum Beispiel erzählt jemand von einer schlimmen Erfahrung und lächelt dabei. Wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf diesen Widerspruch richten, kann er mit all seinen inneren Zusammenhängen verständlich werden. Vielleicht konnte die Mutter dieser Person nicht mit negativen Gefühlen umgehen und sie hat gelernt, (zunächst für die Mutter) tapfer zu sein.
Statt nur zu fragen, was in der Vergangenheit geschah, richtet die Gestalttherapie den Blick auf das, was jetzt geschieht: Was erleben Sie gerade? Wie zeigt sich das in Ihrem Körper? Welche Gedanken, Gefühle oder Impulse tauchen in diesem Moment auf? Was spüren Sie, wenn Sie von diesen Ereignissen erzählen?
Häufig erzählen Gefühle, Empfindungen oder Mimiken eine wesentlich tiefere Geschichte als das, was vordergründig Probleme bereitet. Alte Erlebnisse und Verletzungen tauchen wieder auf und können einerseits verarbeitet und andererseits für ein besseres Verständnis des aktuellen Erlebens genutzt werden.
Es braucht keine keine Planung Ihrerseits und auch keine Schablone, kein Behandlungsmanual. Alle Informationen sind jetzt und hier verfügbar. Es reicht Ihre Bereitschaft, sich auf das einzulassen, was sich zeigt.
Methoden der Gestalttherapie
Die bekannteste ist der leere Stuhl: Dort sitzt, wen oder was Sie gerade beschäftigt, die eigene Mutter etwa oder der innere Kritiker, und Sie sprechen direkt damit. Dazu kommen Experimente, die aus dem Moment entstehen, die Arbeit mit Träumen und mit dem Körper. Konkrete Beispiele habe ich unter Gestalttherapie Methoden zusammengestellt. In den Experimenten wird greifbar, wie die Gestalttherapie Methode und Haltung verbindet: Eine Übung wirkt erst durch den Kontakt, in dem sie stattfindet.