Was psychologische Beratung leisten kann
Der Unterschied zwischen psychologischer Beratung und Psychotherapie ist grundlegend: Beratung ist kein Ersatz und auch keine abgespeckte Variante, sondern ein eigenständiges Format. Im Mittelpunkt stehen konkrete Themen, zum Beispiel ein anhaltender Konflikt am Arbeitsplatz, eine Trennung, Überforderung im Alltag.
Beratung kann auch präventiv wirken: als Unterstützung, bevor Belastungen sich zu klinischen Symptomen verdichten. Menschen, die früh kommen, brauchen später möglicherweise keine Therapie.
Was Beratung nicht leistet: Sie stellt keine Diagnosen und behandelt keine psychischen Erkrankungen. Typischerweise liegen die Kosten zwischen 60 und 180 Euro pro Sitzung. Welche Faktoren den Preis bestimmen und was ein Online-Psychologe kostet, habe ich gesondert aufgeschrieben.
Die Bezeichnung „Psychologische Beraterin“ ist rechtlich nicht geschützt. Dahinter kann eine Fachkraft mit langer Ausbildung stehen, aber auch jemand mit einem Wochenendkurs.
Im Vergleich zur Leitlinien-Therapie ist Beratung meist kürzer, flexibler und konkreter. Fünf bis fünfzehn Sitzungen sind typisch, die Frequenz richtet sich nach Bedarf, und im Mittelpunkt steht ein eingegrenztes Anliegen. Sie zielt eher auf die Lösung eines klar umrissenen Problems, Therapie darauf, eine diagnostizierte Erkrankung zu behandeln.