Wirkfaktoren: Was die Forschung zeigt
Seit den 1970er Jahren untersuchen Forschende zwei Fragen: Hilft Psychotherapie überhaupt, und wie wirkt Psychotherapie, wenn sie hilft? Die Antwort auf das Ob ist eindeutig. Die Frage nach dem Wie ist komplizierter.
Lamberts Wirkfaktorenmodell zeigt: 40% des Therapieerfolgs gehen auf extratherapeutische Faktoren (Lebensumstände, soziales Umfeld, Ressourcen des Klienten) zurück, 30% auf allgemeine Wirkfaktoren (vor allem die therapeutische Beziehung, Hoffnung, Placeboeffekte), 20% auf Therapeuteneffekte (individuelle Unterschiede in der Wirksamkeit einzelner Therapeuten, also Persönlichkeit, Erfahrung und Flexibilität) und nur 10% auf spezifische Techniken der jeweiligen Therapiemethode.
Die Botschaft für alle, die sich fragen, was wirkt in der Psychotherapie: Das Leben außerhalb der Therapie und die Qualität der therapeutischen Beziehung wirken deutlich stärker als die gewählte Methode. Und manche Therapeuten sind einfach wirksamer als andere, unabhängig davon, welches Verfahren sie anwenden.