Tiefenpsychologische Psychotherapie
Die guten und schlechten Erfahrungen unserer Kindheit lassen uns Muster im Denken, Fühlen und Verhalten ausbilden. Sie entstehen bei jedem Menschen im Zusammenspiel von Konstitution und Lebensgeschichte.
Innere Überzeugungen und Muster
Diese Muster bestimmen, wie wir mit Liebe, Freundschaft, Sexualität, Arbeit und Geld umgehen. Manche dieser Muster können es heute schwer machen, aktuelle Lebenssituationen zu bewältigen. Einige Beispiele:
- Wenn ich weine, bin ich eine Memme.
- Konflikte „kläre“ ich mit Gewalt.
- Ich werde abgelehnt, wenn ich nicht immer lieb und nett bin.
- Menschen sind entweder gut oder böse.
- Bestimmte Gefühle kann ich nicht aushalten und vermeide sie daher unter allen Umständen.
Manche Menschen können durch einengende und quälende psychische Muster so sehr belastet sein, dass schon geringfügige äußere Anlässe sie in tiefe Nöte stürzen. Auf der anderen Seite können starke äußere Belastungen/Traumata auch bei psychisch gesunden Menschen massive Symptome auslösen.
Symptome als Kompromisslösungen
In der tiefenpsychologischen Psychotherapie werden Symptome als Kompromisslösungen der Seele verstanden. Die Seele zieht sich beispielsweise lieber in eine Depression zurück, als Ärger, Wut oder Traurigkeit zuzulassen. Angststörungen beruhen häufig auf der Angst vor eigenen Gefühlen oder vor dem Gefühl der Unzulänglichkeit. Jahrelang zurückgehaltener Ärger kann zu Nackenund Schulterschmerzen führen. Unausgetragene Konflikte können den Schlaf beeinträchtigen.
Zu den Symptomen, die meistens durch die Verbindung von inneren und äußeren Belastungen verursacht werden, gehören:
- Ängste und Panikattacken
- Schmerzen und Missempfindungen ohne ausreichenden medizinischen Befund
- soziale Hemmungen
- unverständliche traurige Gefühle, innere Leere, Todessehnsucht
- Unruhe, Schlafstörungen
- Arbeitsstörungen
- Gefühle von Ausgebrannt-Sein, Lustlosigkeit
- Süchte
Ziel der tiefenpsychologischen Psychotherapie
In der tiefenpsychologischen Psychotherapie geht es darum, die inneren und äußeren Auslöser zu identifizieren, die zu der aktuellen Symptomatik geführt haben.
Hierbei zielt die TP nicht darauf ab, die gesamte Persönlichkeit zu verändern oder die gesamte Lebensgeschichte aufzuarbeiten.
Es geht darum, nur die Aspekte in Ihrem Leben zu verstehen und zu verändern, die an der aktuellen Problematik beteiligt sind.
So können verzerrte Sichtweisen korrigiert und die aktuellen Lebenssituationen somit bewältigt werden.
Von Entlastung zu nachhaltiger Veränderung
Zu Beginn einer Beratung ist es für viele erst einmal entlastend, regelmäßig und verlässlich jemanden zu haben, bei dem man sich mit seinen Gefühlen und Gedanken öffnen kann.
In den meisten Fällen kommt es zur nachhaltigen Bewältigung seelischer Krisen, wenn behindernde Muster verändert wurden und die aktuelle Lebenssituation dadurch besser bewältigt werden kann. Dazu ist es hilfreich, die problematischen Muster in ihrem biografischen Zusammenhang zu verstehen. Dies bringt sie einem näher, macht sie nachvollziehbar und greifbar.
Dann geht es in den Gesprächen häufig darum, ein allzu strenges Gewissen durch gnädigere Normen und Werte zu verändern und die eigene Person auch mit ihren schwierigen Seiten zu akzeptieren, ehrlich und wohlwollend sagen zu können: so bin ich.